Demenzbegleiter

Der Verein Miteinander-Füreinander schult seit November 2011 in Gersfeld (Rhön) und Ebersburg „Alltags- und DemenzbegleiterInnen“. Diese werden dann in Zusammenarbeit mit dem Verein und Fachkräften zur Unterstützung und Entlastung von pflegenden Angehörigen eingesetzt.

 

Das Modellvorhaben des Vereins "Miteinander-Füreinander Oberes Fuldatal e.V." will die individuelle Eigenverantwortung der Betroffenen stärken, die Umsetzung rechtlicher Möglichkeiten der Pflegeversicherung forcieren und das bürgerschaftliche Engagement sowie das Handeln der Kommunen im Hinblick auf den demografischen Wandel im Bereich der öffentlichen Daseinsvorsorge fördern. Gleichzeitig soll mit dem Projekt die Sichtweise und das Verständnis für die Demenz in der Bevölkerung verbessert werden.

Der Umgang mit Menschen mit kognitiven Veränderungen und deren Einbindung in die Gesellschaft ist eine Notwendigkeit für örtliche Gemeinschaften – die Zivilgesellschaft ist hier ebenso gefordert wie die Politik.
Aus diesen strukturellen und demografischen Veränderungen ergeben sich ganz neue Herausforderungen für die Kommunen. Die Gemeinde Ebersburg und die Stadt Gersfeld (Rhön) wollen gemeinsam mit lokalen und regionalen Akteuren ein Netzwerk schaffen, mit dem Hilfeleistungen so früh als möglich nah an den Menschen in deren Wohnumfeld organisiert werden. Dafür ist der Verein "Miteinander-Füreinander Oberes Fuldatal e.V." ein wichtiger Baustein. Im Rahmen eines Modellvorhabens will der Verein in einem neuen Projekt ergänzend zu den professionellen vollstationären und ambulanten Angeboten ein niedrigschwelliges Betreuungsangebot als weiteren Baustein in diesem Netzwerk einrichten. Zusätzlich sind Präventions- und Angehörigenangebote vorgesehen. Damit will der Verein einen entscheidenden Beitrag zur Unterstützung der betreuenden Angehörigen als familienentlastenden Dienst leisten.

 

Das auf drei Jahre angelegte Modellvorhaben wird zu gleichen Teilen vom Hessischen Ministerium für Soziales sowie dem Verband der Pflegekassen gefördert. Vor Ort wird für Teilbereiche ein kommunaler Beitrag durch die Stadt Gersfeld und die Gemeinde Ebersburg geleistet. Als Modellvorhaben wird das Projekt von der Hochschule Fulda, namentlich Frau Prof. Dr. Daphne Hahn, Frau Prof. Dr. Dr. Ilse Heberlein und Herrn Prof. Dr. Klaus Stegmüller aus dem Fachbereich Pflege und Gesundheit, wissenschaftlich begleitet und ausgewertet.

 

Qualifizierungsmaßnahme

Die Qualifizierungsmaßnahme wird in Kooperation mit dem Deutschen Roten Kreuz Kreisverband Fulda e.V. angeboten und unter der fachlichen Leitung von Herrn Sven Schütz (Ergotherapeut/ Validationsworker®) durchgeführt. Aktuell wird die Liste der Dozenten des Schulungsteams erweitert, um die Qualität der Schulung weiter zu verbessern.

 

Die Qualifizierung mit mittlerweile 42 Unterrichtseinheiten (à 45 Min.) soll mindestens 2 mal jährlich (nach Bedarf/ Nachfrage) stattfinden.

 

 

Informationen über den Schulungskurs

Voraussetzungen für die Teilnahme an dem 42 Unterrichtseinheiten umfassenden Kurs für „niedrigschwellige Betreuungsangebote“ sind:

 

  • Mindestalter 25 Jahre
  • Motivation
  • Kommunikationsfähigkeit
  • Deutsche Sprache in Wort und Schrift
  • Polizeiliches Führungszeugnis
  • Freude am Umgang mit älteren Menschen
  • Teilnahme an regelmäßigen Weiterqualifikationen (z.B. Erste-Hilfe-Kurs,
    Hygiene) sowie regelmäßigen Treffen zum gegenseitigen Austausch
  • Einsatz im Auftrag des Vereins (mindestens 2 Jahre)

 

 

Inhalt der Qualifizierungsmaßnahme

 

  • Grundlagen Kommunikation
  • Grundlegende Haltung im Umgang mit Demenzerkrankten
  • Krankheitsbild Demenz - Grundlagen
  • Situation der Angehörigen/Rolle als „DemenzbegleiterIn“
  • Aktivierung/Struktur & Orientierung - Grundlagen
  • Biografiearbeit
  • Erste Hilfe - (DRK Fulda e.V.)
  • Pflegerisches Basiswissen - (DRK Fulda e.V.)
  • Praktikum in stationärer Einrichtung